Der Wissenschaftsstandort Deutschland mit seiner Innovationskraft ist mir ein Herzensanliegen. Deswegen begleite ich Prozesse in Start-Ups und Wissenschaftsorganisationen für gute Zusammenarbeit, gelungene Führung und nachhaltige Strategieentwicklung. Und deswegen gebe ich auch immer wieder Impulse und Keynotes zu diesen Themen.
In den nächsten Wochen möchte ich ein Thema erkunden und ins Licht der Diskussion um Innovation rücken: Die innere Dimension von Innovation.
Gerade gibt es viele tolle Bewegungen rund um Innovation im Wissenschaftssystem: Die #HightechAgenda des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt möchte Deutschland wieder „innovativ und leistungsfähig“ machen, die Initiative des Wissenschaftsrat zu Personalstrukturen im Wissenschaftssystem soll „Innovation und Zukunftsfähigkeit stärken“, #Bürokratieabbau wird von der Vereinigung der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten Deutschlands/vorangetrieben und die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert großartige Projekte, um Innovation in der Hochschullehre voranzubringen. Und mit SPRIND – Bundesagentur für Sprunginnovationen gibt es sogar eine Bundesagentur für Innovationen. Ich finde: Da ist ein echter Aufbruch spürbar.
Die äußere Dimension von Innovation bietet viel – Events, Fördermittel, Start-up-Agenturen, Agenden, agile Räume und neue Technologien.
❓ Doch was braucht Innovation als innere Dimension ❓
Aus meiner Sicht braucht Innovation 2025 im Wissenschaftssystem – neben Strukturen und Programmen – auch innere Qualitäten:
✅ Innovation braucht die Fähigkeit zum freien Fall: Unsicherheit einladen und Kontrolle loslassen. Nicht als Kalenderspruch, sondern so ganz in echt.
✅ Innovation braucht den Mut zu radikaler Irritation durch neue Denkweisen und neue Methoden. Radikale Irritation ist selten erklärbar, linear und gewohnt.
✅ Innovation braucht das Pendeln zwischen absoluter Offenheit und klarem Fokus. Und eigentlich beides gleichzeitig.
✅ Für echte Innovation muss manchmal das Alte sterben. Das kann schmerzen und braucht Wertschätzung sowie Abschied.
✅ Innovation braucht andere Wissensquellen jenseits des Verstandes: Intuition, emotionale Intelligenz und Körperintelligenz.
✅ Innovation ist oft das Ergebnis von Phantasie, Kreativität und Inspiration.
✅ Innovation braucht Demut. Und sie braucht Stille und Präsenz.
Ganz ehrlich: Das sind (noch) nicht unsere kollektiven deutschen Kernkompetenzen. Und genau deshalb ist es aus meiner Sicht so wichtig, die innere Dimension von Innovation mitzudenken und diese Qualitäten bewusst zu kultivieren.
Wie kann die innere Dimension von Innovation im Diskurs um den Innovationsstandort Deutschland mehr Raum bekommen?
Was meint ihr, lohnt es sich, in diese Richtung weiter zu erkunden?